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Die wichtigsten Chancenmärkte der österreichischen Hotellerie
Katrin und Dirk Liesenfeld

 

Zukunftsimpuls Jänner 2013

Kunst im Hotel – von der Dekoration zur Inspiration

In den meisten Hotels und Ferienappartements werden die Bilder passend zur Farbe des Sofas oder der Vorhänge ausgewählt. Jedoch wächst die Zahl der Hotels und Restaurants, die sich mit Kunst auseinandersetzen und diese als integrativen Bestandteil betrachten. Für das Konzept eines Hotels bietet dieser Ansatz die Möglichkeit, eine Nische zu besetzen und sich von den traditionellen Hotelbetrieben abzuheben.

Im Unterschied zu fast allen anderen Häusern der Kunst – seien es Museen, Kunstvereine, Galerien, oder im Theater – gibt es im Hotel keine Trennung zwischen der Präsentation von Kunst und dem Erleben von Entspannung und Erholung. Während man sich im Normalfall nur eine kurze, konzentrierte Zeit mit Kunst beschäftigt, kann man während eines Aufenthaltes in einem Kunsthotel beides tun: sich entspannen und Kunst genießen. Insofern wird ein Ausnahmezustand erzeugt, der den Gästen eine Gegenwelt zum gewohnten Alltag bereitet.

Wer sich das Thema Kunst auf die Fahne schreibt, muss damit rechnen, mit dem Thema „Design-Hotel“ verwechselt und/oder einfach gleichgesetzt zu werden. Das kann hilfreich sein für die Verschlagwortung und online-Kommunikation, sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Begriffe „Design“ und „Kunst“ bzw. „art“ zu buzzwords geworden sind. Umso mehr ist es wichtig, ein klares Konzept zu definieren und es dann auch konsequent zu verfolgen. 

In einem Kunsthotel muss Kunst weit mehr sein als nur Dekoration – das Etikett „Kunst im Hotel“ muss ernst genommen werden. So reicht es mit Sicherheit nicht aus, „ein paar Bilder“ zu kaufen und aufzuhängen, um als ernstzunehmendes Konzept erlebbar zu sein. Erfolgreiche Häuser bieten beispielsweise regelmäßig wechselnde Ausstellungen an, laden Künstler zum Austausch mit Gästen ein, organisieren Kunstführungen und pflegen Bibliotheken zum Thema Kunst, Kultur und Architektur.

Wenn das Konzept „Kunst im Hotel“ aufgehen soll, muss man gewährleisten, dass die Kunst nicht zum billigen Vermarktungstrick genutzt wird, das erkennen Gäste schnell und der vermeintliche USP verpufft bestenfalls wenn nicht sogar ein Negativerlebnis für den Gast daraus wird. Das Konzept „Kunst“ muss authentisch gelebt und regelmäßig wieder neu belebt werden. Das erfordert neben Intuition und Sammelleidenschaft auch einen hohen Grad an Kommunikationsaufwand mit Künstlern und anderen Kulturschaffenden, mit der Presse und last but not least mit dem Gast. Dann wird das Hotel zu einem besonderen Ort der Kontemplation und Inspiration.

Wer sich nicht sicher ist, ob das Thema Kunst eine sinnvolle Nische ist, sollte sich in einem ersten Schritt mit örtlichen Kunstvereinen, Direktoren von Museen oder Initiatoren von Sammlungen und Ausstellungen in Verbindung setzen. So lässt sich herausfinden, ob und in welchem Umfang die Kunst im Hotel zum persönlichen Profil des Hauses und seines Betreibers passt. Und wer den richtigen Riecher hat, erwirbt vielleicht sogar zum richtigen Zeitpunkt Arbeiten eines echten „emerging artist“ und hat damit eine gute Zukunftsinvestition getätigt.

Katrin Liesenfeld-Jordan
Nach einem kurzen Intermezzo an einer juristischen Fakultät geriet Katrin Liesenfeld-Jordan eher durch Zufall in die Werbung und machte nach Lehre und Abschluss an einer Akademie für Marketingkommunikation Karriere in diversen Werbeagenturen. Neben der Werbung widmete sie sich seit 2000 einigen Interior Design Projekten und setzte diese in Deutschland, Portugal und Österreich um. Das Interior Design Konzept der art-lodge entwickelte sie alleinverantwortlich. Heute verantwortet sie neben dem Servicebereich der art-lodge auch die dazugehörige Galerie für Contemporary Art und ist Teil des Beratungsteams von VAISPER, der von ihr und Dirk Liesenfeld gegründeten Beratungs- und Konzeptionsgesellschaft.

Mag. Dirk Liesenfeld
Dirk Liesenfeld studierte Kommunikationswissenschaft, Kunstwissenschaft und Psychologie. Nach Stationen bei einigen großen Werbeholdings gehörte er zu den Gründern einer der ersten datenbankgestützten Marketing Service Agenturen der neueren Ausprägung und leitete diese  als Geschäftsführender Gesellschafter bis zum Verkauf seiner Anteile. Neben weiteren Engagements in der Unternehmensberatung unterstützte er Katrin Liesenfeld-Jordan bei der technischen Umsetzung ihrer gemeinsamen Bau-  und Einrichtungsprojekte und kümmert sich in der art-lodge um alles technische und das Küchenteam. Bei VAISPER denkt er gerne mal voraus und tüftelt, so es seine Zeit zulässt, die eine oder andere Idee aus - wenn er nicht gerade mit seiner Frau und Partnerin an der Weiterentwicklung der gemeinsamen Projekte arbeitet.

www.art-lodge.at
www.vaisper.net

 

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